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DEN
GROSSEN
BÄREN IMMER
IM BLICK
Vortrag von José Lull: Spaniens Experte für die mysteriöse und
geheimnisvolle Astronomie der alten Ägypter
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El Dr. Lull durante la conferencia
sobre Astronomía Egipcia en el salón de exposiciones de la Fundación Sophia. |
Von
Andrea Rau
Wenn José
Lull in den Nachthimmel blickt, dann werden Bilder von einer uralten
Dynastie in ihm wach: Der 36-Jährige aus Gandia ist Spaniens Experte, wenn
es um ägyptische Astronomie geht. Studiert und promoviert hat der Archäologe
und Doktor der Geografie und Geschichte in Deutschland an der Universität
Tübingen, anschließend war er dort mehrere Jahre als wissenschaftlicher
Mitarbeiter tätig – mittlerweile wurde Er an die Universität von Valencia
gerufen.
Am Freitag,
18. April, Word er auf Einladung der Fundación Sophia in Palma sprechen.
Lull ist Autor zahlreicher Fachartikel und Bücher – er hat sich vor allem
auf die “Dritte Zwischenzeit” spezialisiert, den Übergang vom Neuen Reich
bis hin zum Niedergang der traditionellen Pharaonenherrschaft.
“Das Wissen
der Ägypter um die Sternenkonstellationen hat mich von jeher fasziniert“,
schwärmt José Lull. Anhand der Positionen der Sternbilder lasen die Ägypter
die Tageszeit ab, teilten den Tag in 24 Stunden ein: „Unser Kalender und
unser Zeitverständnis geht auf die Erkenntnisse der Ägypter zurück“, erklärt
Lull, wie das uralte Wissen konkret mit unserer heutigen Zeit verknüpft ist.
Aber auch
ihre Tempel, Häuser und Pyramiden richteten sie nach den Sternbildern aus.
„Dabei gibt es zwei Hauptorientierungen: In den meistens Fällen haben sie
ihre Bauten so errichtet, dass der Eingang nach dem Sirius, dem hellsten
Stern an unserem Firmament, oder dem Bild des großen Bären ausgerichtet
war“.
Die starke
Konzentration auf die Konstellation der Sternbilder habe einen
religiös-symbolischen Hintergrund. Ein Wissen, das bis heute nicht an
Faszination und Mystik eingebüßt hat. So auch etwa die geheimnisvolle Figur
der Sphinx: Ihre Ausrichtung ist exakt Ost-West, mit Blick nach Osten.
Symbolisch gesehen lässt sie also das sich im Westen befindende Totenreich
hinter sich.
Die Augen
des steinernen Wesen, halb Löwe, halb menschlicher Kopf, sind auf jenen
Punkt am Horizont ausgerichtet, an dem am Morgen des Equinox, der Tag-und
Nachtgleiche, die Sonne aufsteigt. „Für uns Ägyptologen sind die exakten
Sternenaufzeichnungen der damaligen Gelehrten auf Papyrusrollen auch einfach
eine ungeheure Erleichterung, Ereignisse und Bauwerke zu datieren“, erklärt
Lull.
So sei eine
Zeitangabe oft mit einer Beschreibung des Sirius-Standes am Himmel
festgehalten: Forscher von heute können Dokumente also genau rückdatieren,
wenn sie den Verlauf der Siriusbahnen rückverfolgen.
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